Wenn ich einem CFO in fünf Folien den erwarteten ROI eines Digitalisierungsprojekts nachweise, habe ich ein klares Ziel: präzise, faktenbasierte Argumente liefern, Unsicherheiten transparent machen und eine nachvollziehbare Entscheidungsgrundlage schaffen. In meiner Erfahrung reicht kein langes Word-Deck – der CFO will Zahlen, Annahmen und Risiken auf einen Blick. Deshalb strukturiere ich die Präsentation so, dass jede Folie eine eindeutige Frage beantwortet.
Folie 1 — Executive Summary: Kernthese und Kennzahlen
Auf der ersten Folie stelle ich in einem Satz die Kernthese auf: Was wir tun, warum es notwendig ist und
Ich vermeide auf dieser Folie lange Erklärungen — sie fungiert als Navigation. Wenn der CFO nickt, geht's weiter ins Detail.
Folie 2 — Kostenstruktur klar und transparent
Der CFO will verstehen, woraus die Kosten bestehen. Ich brich die Kosten in klare Kategorien auf und führe Annahmen auf (Stundensätze, Lizenzpreise, Implementierungsdauer):
Zur Veranschaulichung nutze ich eine kompakte Tabelle. Zahlen müssen nachvollziehbar und, wo möglich, durch Angebote bzw. Referenzprojekte belegbar sein.
| Position | Jahr 0 | Jahr 1 | Jahr 2 | Total (3 Jahre) |
|---|---|---|---|---|
| Software-Lizenzen | 80.000 € | 20.000 € | 20.000 € | 120.000 € |
| Implementierung (Berater) | 100.000 € | 20.000 € | — | 120.000 € |
| Interne FTE-Kosten | 60.000 € | 60.000 € | 40.000 € | 160.000 € |
| Betrieb & Wartung | 10.000 € | 30.000 € | 30.000 € | 70.000 € |
| Total | 250.000 € | 130.000 € | 90.000 € | 470.000 € |
Folie 3 — Nutzenquantifizierung: monetäre & nicht-monetäre Effekte
Hier rechne ich konkrete Benefits hoch und unterscheide zwischen direkten Einsparungen und indirekten Effekten.
Wichtig: Ich dokumentiere die Methode hinter jeder Schätzung. Beispiel: Wenn Automatisierung 30% Zeitersparnis in einem Prozess verspricht, zeige ich Testläufe oder Benchmarks, die diese Zahl stützen.
Folie 4 — Finanzmodell: ROI, NPV, Sensitivitätsanalyse
Jetzt wird gerechnet. Ich präsentiere das Modell in Kurzform und visualisiere drei Szenarien (Best / Base / Worst). Der CFO möchte sehen, wie robust der ROI gegenüber Abweichungen ist.
Eine einfache Sensitivitätstabelle reicht: z. B. Auswirkung einer 20%-igen Unterschreitung der Umsatzsteigerung oder einer 30%-igen Überschreitung der Implementierungskosten.
| Szenario | NPV (3 Jahre) | ROI | Payback |
|---|---|---|---|
| Best | +420.000 € | 130% | 12 Monate |
| Base | +180.000 € | 38% | 22 Monate |
| Worst | -50.000 € | -11% | — (kein Payback) |
Folie 5 — Risiken, Gegenmaßnahmen und Entscheidungsoptionen
Ein CFO will nicht nur Chancen sehen, sondern auch, wie Risiken gemanagt werden. Deshalb liste ich die wichtigsten Risiken und konkrete Mitigationsmaßnahmen:
Ich schlage dem CFO einen klaren Entscheidungsrahmen vor: z. B. Start der Pilotphase für 20% des Budgets mit klaren Exit-Kriterien, um das Risiko weiter zu reduzieren.
Meine Arbeitsweise und Tipps für die Vorbereitung
Ein paar pragmatische Hinweise aus meiner Praxis:
Wenn ich ein Modell präsentiere, lege ich meistens eine separate Excel-Datei bei, in der der CFO Zahlen anpassen kann. Das schafft Vertrauen — und erspart Folge-Mails mit „Korrigiert mal das Szenario“.
Wenn Sie möchten, kann ich Ihnen eine anpassbare Slide-Vorlage und ein Excel-Modell schicken, die Sie direkt mit Ihren Zahlen füllen können. Damit reduzieren Sie die Vorbereitungszeit und erhöhen die Chance, dass die Präsentation beim CFO punktet.