In den letzten Jahren habe ich mehrfach erlebt, wie Unternehmen hohe Marketing-Budgets in taktische Aktionen stecken – ohne klare Verbindung zu echten Leads oder messbarer Pipeline. In vielen Fällen genügt eine gezielte HubSpot-Automation, um innerhalb von 90 Tagen die Marketingkosten spürbar zu senken und gleichzeitig qualitativ bessere Leads zu generieren. In diesem Beitrag beschreibe ich meinen pragmatischen Fahrplan: konkret, umsetzbar und auf messbare Ergebnisse ausgelegt.

Meine Prämisse: weniger Streuverlust, mehr Relevanz

Ich beginne immer mit einer einfachen Frage: Für welche Zielkunden darf ich wirklich arbeiten? Wenn wir die Zielgruppensegmente präzise definieren, lassen sich Marketingausgaben stark reduzieren – weil wir nur noch in Kanäle und Inhalte investieren, die nachweislich Nachfrage erzeugen. HubSpot ist dabei mein Werkzeug der Wahl, weil es CRM, Marketing Automation und Reporting in einer Plattform vereint und schnelle Iterationen erlaubt.

Erste 14 Tage – Basis schaffen

Die ersten zwei Wochen dienen dazu, die Infrastruktur aufzubauen und zu richten. Ich achte auf folgende Punkte:

  • CRM-Sauberkeit: Duplikate bereinigen, Standardfelder definieren (Lead-Source, Persona, Interesse, Status).
  • Tracking einrichten: HubSpot-Tracking-Code auf allen relevanten Seiten, UTM-Standards implementieren.
  • Lead-Scoring-Logik entwerfen: Welche Aktionen und Datenpunkte qualifizieren einen Kontakt als Marketing-Qualified Lead (MQL)?
  • Conversion-Assets vorbereiten: 1–2 hochwertige Lead-Magneten (z. B. Checkliste, Whitepaper, Webinar) für die wichtigsten Personas.
  • Ohne diese Grundlagen laufen Automationen ins Leere. Eine saubere Datenbasis reduziert spätere Aufwände – also senkt das langfristig die Kosten.

    Tag 15–45 – Automationen bauen, testen und messen

    In dieser Phase geht es um die konkrete Automatisierung von Lead-Gewinnung und Nurturing. Meine Schritte:

  • Landing-Pages in HubSpot erstellen und mit klaren CTA versehen.
  • Formulare optimieren: Minimale Felder, progressive Profiling später einbauen.
  • Smart Content nutzen: Inhalte personalisieren nach Persona oder Lifecycle-Stage.
  • Workflows implementieren:
    • Lead-Erstkontakt: Automatische Dankesmail + relevanter Content-Download.
    • Nurture-Track: 3–4 E-Mails über 2–3 Wochen, abgestimmt auf Interesse und Verhalten.
    • Lead-Scoring-Automation: Punkte vergeben für Seitenaufrufe, Downloads, E-Mail-Interaktionen.
    • Sales-Alert: Automatische Benachrichtigung an Vertrieb bei Überschreiten des Score-Schwellwerts.

    Wichtig: Ich implementiere A/B-Tests für Betreffzeilen und Landing-Page-Varianten. In HubSpot kann man schnell Varianten anlegen und die besten Versionen ausrollen. Schon kleine Verbesserungen in der Conversion-Rate multiplizieren die Einsparung bei den Kosten pro Lead.

    Tag 46–75 – Optimieren und automatisieren, was Geld kostet

    Jetzt beginnt das tatsächliche Sparen: Wir eliminieren Kanäle und Maßnahmen mit schlechtem ROAS und verstärken erfolgreiche Elemente.

  • Kanalanalyse: Welche Kampagnen bringen Leads zu welchem Preis? HubSpot-Attributionsberichte helfen, die wirklichen Kosten pro Lead zu ermitteln.
  • Budge­t-Umschichtung: Ausgaben von ineffizienten Paid-Kanälen (z. B. schlecht performende Display-Ads) in Wachstumstreiber wie gezielte LinkedIn- oder Google-Search-Kampagnen verlagern.
  • Lead-Qualification per Automation: Indem nur MQLs an Sales übergeben werden, reduziert sich die Zeit von Sales für unqualifizierte Kontakte – das senkt Kosten pro Opportunity.
  • Self-Service-Inhalte ausbauen: FAQ-Seiten, Produkt-Videos und interaktive Kalkulatoren senken den Bedarf an manuellen Sales-Interaktionen.
  • Ich messe fortlaufend Cost-per-Lead (CPL), Cost-per-Acquisition (CPA) und Conversion-Rates entlang des Funnels. Ziel ist, den CPL innerhalb der 90 Tage um mindestens 25–40 % zu senken – ohne Qualitätseinbruch.

    Tag 76–90 – Skalieren und dokumentieren

    Die letzten zwei Wochen nutze ich, um zu skalieren, Dokumentation zu erstellen und Übergaben vorzubereiten:

  • Gewinner-Kampagnen hochskalieren: Budget in die effektivsten Automationspfade lenken.
  • Playbooks erstellen: Schritt-für-Schritt-Workflows, die Vertrieb und Marketing nutzen können.
  • Dashboards finalisieren: Automatische Berichte für CPL, MQLs, SQLs, Opportunity-Wert, Zeit bis Conversion.
  • Training: Kurzschulungen für Sales, damit die Übergabe von Marketing an Sales sauber funktioniert.
  • Die Skalierung bleibt datengetrieben: Ich skaliere nur, wenn die Kennzahlen stabil oder besser werden.

    Konkrete Automations-Beispiele, die arbeiten

  • Webinar-Funnel: Anmeldung → Erinnerung + Webinar-Recording → Follow-up mit Case Study → Lead-Scoring → Sales-Trigger bei hohem Engagement.
  • Content-Drip für Top-Of-Funnel: Download Whitepaper → 3-teiliger E-Mail-Drip mit steigender Relevanz → CTA zu Bedarfsanalyse → Terminvereinbarung.
  • Re-Engagement-Flow: Inaktive Kontakte mit personalisiertem Angebot oder kurzem Survey zurückgewinnen; bei weiterem Inaktivsein automatisches Clean-up aus dem aktiven Verteiler (Kosten sparen).
  • KPIs, die du täglich verfolgen musst

    MetrikWarum wichtig
    CPL (Cost per Lead)Direkter Indikator für Effizienz der Kampagnen
    Conversion Rate Landing Page → LeadZeigt Optimierungspotenzial bei Formularen und Copy
    Lead-to-MQL ConversionQualität der gewonnenen Leads
    MQL-to-SQL / OpportunityGibt Auskunft über Sales-Fit und Übergabeprozesse
    Customer Acquisition Cost (CAC)Langfristige Rentabilität

    Häufige Stolpersteine und wie ich sie vermeide

  • Zu viele Fertige Templates ohne Anpassung: Automationen müssen persona-spezifisch sein – sonst wird die Relevanz leiden.
  • Keine klare Sales-Triage: Ohne definierte Schwellwerte übergeben Marketing-Teams zu viele unqualifizierte Leads an Sales.
  • Mangelnde Datenqualität: Bad data führt zu schlechten Entscheidungen – deshalb CRM-Qualität von Anfang an priorisieren.
  • Automationen ohne Testläufe: Immer kleine Cohorts testen, bevor Vollausrollung.
  • Tool-Stack (aus meiner Praxis)

  • HubSpot (CRM, Marketing Automation, Reporting): Herzstück für Automationen und Tracking.
  • Google Analytics & UTM-Standards: Externe Kanal-Performance in Kontext setzen.
  • LinkedIn Ads & Google Search: Targeting auf Business-Zielgruppen und Intent.
  • Calendar-Tools (Calendly, HubSpot Meetings): Direktbuchbarkeit für Sales-Touchpoints.
  • Wenn du diese Struktur in den ersten 90 Tagen implementierst, wirst du feststellen: Die Marketingkosten sinken nicht durch Einsparen allein, sondern durch bessere Auswahl der Kanäle, Automatisierung repetitiver Prozesse und vor allem durch eine klare Abstimmung mit Sales. Ich begleite solche Projekte regelmäßig – und die Kombination aus sauberem CRM, zielgerichteten Automationen und konsequenten Tests ist fast immer der Hebel, der die Kosten senkt und gleichzeitig die Lead-Qualität hebt.